Gedanken und MBSR

Im Vorgespräch zu einem MBSR-Kurs berichtet mir eine Teilnehmerin – ich nenne sie hier Anja –, dass ihr pausenlos Gedanken durch den Kopf gehen. Sie sagt: „Das macht mich ganz nervös.“ Tatsächlich kann es ziemlich anstrengend sein, wenn wir uns in unsere Gedanken verstricken indem wir ihnen immer wieder folgen. Vermutlich ist es uns allen nicht unbekannt.

 

Anja und ich sprechen aber auch darüber, dass Gedanken nicht nur ein lästiges Übel sind, sondern grundsätzlich eine durchaus sinnvolle Funktion haben. Oftmals wollen unsere Gedanken uns zum Beispiel schützen, weiterbringen, manchmal erfreuen, manchmal an Wichtiges erinnern. Im weiteren Gespräch kommen wir beide zu der Ansicht, man könne den Gedanken im Prinzip sogar dankbar sein, dass sie uns so fleißig Impulse geben möchten.

 

Ob nervige oder nützliche Gedanken – im MBSR-Kurs üben wir, einen neuen Umgang mit ihnen zu finden, zum Beispiel wie wir sie achtsam bemerken und achtsam wieder gehen lassen können. Plötzlich wird Anja die Bedeutung des Wortes sonnenklar. Verschmitzt lächelnd erklärt sie mir: Aha, deshalb heißt ein Gedanke ja wohl auch so: `Geh, danke!`“